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V. Internationales Symposium Gegen Isolation
 
Griechenland / Athen, 15.-18. Dezember 2006

Wir möchten euch zuerst unsere Grüße im Namen der Internationalen Plattform gegen Isolation übermitteln und euch zu unserem nächsten (V.) internationalen Symposium gegen die Isolation einladen, welches dieses Jahr zwischen 15.-18. Dezember 2006 in Griechenland / Athen stattfinden wird.

Einige von euch waren bereits bei unserem IV. Symposium in Paris (16.-19. Dezember 2005) vertreten, einige bei früheren Symposien in den Niederlanden (2002), in Italien (2003) und in Berlin (2004).

Im Anschluss auf das Symposium in Paris 2005 wurde eine Zeitschrift gedruckt. Die Zeitschrift wurde an alle politischen Gefangenen und POW's geschickt, die (soweit wir benachrichtigt wurden) das Symposium mit einem symbolischen Hungerstreik während dieser Tage unterstützt haben. Wir haben die Zeitschrift einem Großteil der teilnehmenden Organisationen zukommen lassen. Bei Interesse könnten wir sie im pdf-format per e-mail zusenden.

WELCHE WERDEN DIE ZENTRALEN THEMEN UNSERES SYMPOSIUMS SEIN:

* Die erschreckende Steigerung der Aggression gegen die Völker vieler Länder und Regionen der Welt, insbesondere die militärischen Angriffe der israelischen Armee gegen die gesamte palästinensische Bevölkerung, welche mit Zustimmung der USA und fast allen anderen imperialistischen Ländern der EU stattgefunden haben, sowie die Ausweitung dieses Krieges durch die Invasion im Südlibanon, bei denen unzählige ZivilistInnen massakriert und ein Großteil des Gebietes völlig zerstört wurde...

* Die andauernde Besatzung und die Brutalität im Irak und Afghanistan, begleitet von einem psychologischen Krieg und Gefangenenlagern wie Guantanamo, Abu Ghraib und zahlreichen anderen geheimen Gefängnissen, die sich auf einige Gebiete Europas und alle Kontinente verteilen, welche mit dem "Kampf gegen Terrorismus" gerechtfertigt werden…

* Die Ausdehnung dieses Krieges durch ernsthafte Drohungen gegen Syrien, Iran und letztlich Nordkorea, ebenfalls unter dem Vorwand des sogenannten "US-Krieges gegen den Terror", sowie der Versuch, für diese Politiken Verbündete innerhalb der EU zu finden und die Beziehungen zu bereits kollaborierenden Regimen zu kräftigen...

* Die feindliche Position gegenüber Kuba, Venezuela und anderen Ländern, die auf ihrer Unabhängigkeit beharren, welche insbesondere beim letzten EU-USA Gipfel deutlich wurde...

* Die fortdauernden Isolationsangriffe in den F-Typ Gefängnissen der Türkei, die exemplarisch sind für die Vernichtung jeglicher demokratischen Stimme und des Widerstands, sowie die stille Zustimmung und Unterstützung für diese Politiken durch zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten. Der Widerstand gegen Isolation wird auf allen Ebenen fortgesetzt und die Kampagne, an der sich vor allem durch den Todesfasten-Streik von Ra. Behic Asci (bereits seit über 200 Tagen) namhafte Intellektuelle, KünstlerInnen und AnwältInnen beteiligen, befindet sich auf höchster Stufe…

* Die Isolationspraktiken und inakzeptablen Bedingungen in einigen Gefängnissen in Europa, beispielsweise im Hochsicherheitsgefängnis Maghaberry in Nordirland, die kürzlich zu einem gemeinsamen Widerstand Dutzender Irisch-republikanischer Gefangenenen verschiedener Organisationen geführt haben…

* Die Massenverfolgung und politischen Prozesse gegen linke AktivistInnen in vielen europäischen Ländern, welche durch neue Anti-Terrorgesetze und die 'Schwarzen Listen' gestützt werden, wie etwa die juristische Verfolgung und Verhaftung von Revolutionären aus der Türkei in Belgien oder von AktivistInnen aus linken Zusammenhängen wie "Opror" in Dänemark, gefolgt von den Massenprozessen gegen linke AktvistInnen in Italien...
Das Verbot der Tschechischen Kommunistischen Jugend (KSM) ist ein weiteres Beispiel für die reaktionäre und neoliberale Politik in Osteuropa, mit der politische Meinungen verboten werden sollen...

* Die fortwährende Repression gegen baskische politische Gefangene und die Verstreuungspolitik, sowie die Kriminalisierung breiter Teile der baskischen Bewegung...

* Die kontinuierlichen Verhaftungen und Verfolgung von anti-imperialistischen, anarchistischen und Öko-AktivistInnen in der Vereinigten Staaten, sowie die Massenverfolgungen, legitimiert durch die rassistischen "Anti-Terrorgesetze" nach den Anschlägen am 11. September, sowie die zahlreichen Indigenen, Black Panthers und Afro-amerikanischen Gefangenen, die sich teilweise seit 20 Jahren in Gefangenschaft befinden, und schließlich die "Cuban 5", die bereits 8 Jahre lang illegal im Gefängnis behalten werden, weil sie versucht hatten, einen terroristischen Anschlag auf ihr Land zu vereiteln…

All diese ernsthaften Entwicklungen und viele weitere, die hier unerwähnt geblieben sind, bestätigen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen allen demokratischen und widerstandleistenden Kräften in der Welt und die zunehmende Bedeutung eines breiten Netzwerks, um die Isolation zwischen unseren Bewegungen, von politischen Gefangenen und Ländern, die seit Jahrzehnten mit Kriegen, Besatzungen und Embargos bedroht werden, zu beseitigen.

Wir denken, dass all diese Fakten Anlass genug sind, um erneut zusammenzutreffen, besser vorbereitet und gezielt kürzer in unseren Reden, mit dem Ziel eine gemeinsame Praxis des GLOBALEN WIDERSTANDS zu entwickeln, welcher in den vergangenen Jahren richtigerweise zu einem Schlüsselwort geworden ist.

Wir haben beschlossen, das nächste Symposium zwischen 15.-18. Dezember 2006 abzuhalten, nahe an den Tagen von 19.-22. Dezember, welche als Internationale Tage des Kampfes gegen die Isolation ausgerufen wurden, verbunden mit dem Massaker in den Gefängnissen der Türkei und den Widerstands der Gefangenen gegen die Errichtung von F-Typ Isolationszellen.

Trotz 122 Todesopfer und obwohl diese Realität sowohl in Europa als auch in anderen Teilen der Welt bekannt ist, herrscht bis heute Schweigen über dieses Verbrechen und die Regierungen dieser Länder stärken ihre Unterstützung an das Regime in der Türkei, indem versucht wird, fortschrittliche Kräfte aus der Türkei mittels Anti-Terrorgesetzen mundtot zu machen.

Die Tatsache, dass neben der politischen Gefangenen Sevgi Saymaz, erstmals ein Rechtsanwalt in der Person von Behic Asci sowie die Mutter von zwei jungen Töchtern Gülcan Görüroglu am Todesfasten-Streik draußen teilnehmen, ist ein weiterer Beweis für die grenzenlose Opferbereitschaft und die Breite dieses Kampfes.

Wir schlagen zusätzlich Workshops und Netzwerktreffen während dem Symposium vor, um einen Aktivitäten-Kalender für das Jahr 2007 fertigzustellen.
Eines dieser Treffen wird zwischen Gefangenenorganisationen, Angehörigen und erfahrenen AnwältInnen und JuristInnen verschiedener Länder stattfinden, um eine Brücke zwischen dem politischen und juristischen Kampf zu bauen und ein funktionierendes Netzwerk gegen Repression herzustellen, mit besonderem Augenmerk auf die aktuellen Entwicklungen in Europa.

Wir bitten darum Dokumente und Materialien mit detaillierten Informationen über Foltermethoden, die Gefängnisbediungen u.ä. bereits im Vorfeld zu schicken, bzw. mitzubringen, um die Reden zu kürzen und Zeit für praktische Fragen gewinnen zu können.

Um auf dem Symposium ein Resultat zu erzielen, sollten wir ein Koordinationsbüro (zumindest virtuell) einrichten, über welches wir dringende Informationen weiterleiten können und uns mehr Flexibilität in der gemeinsamen Aktion ermöglicht.

Übersicht der TeilnehmerInnen:
Eines der Themen auf unserem Symposium wird wiederholt die US-Gefangenenpolitik mit mehreren VertreterInnen aus den USA, wie z.B. der Texas Death Penalty Abolition Movement, dem Irish Unity Committee und Ra. Robert Robideau, der Anwalt des Indo-Amerikanischen Gefangenen Leonard Peltier.
Auch die wirtschaftliche und politische Isolierung von lateinamerikanischen Ländern wie Venezuela und Kuba, die sich einer alternativen /revolutionären Lösung zugewandt haben, wird an der Tagesordnung unseres Symposiums stehen. Neben einem Vertreter des Komitees !Basta Ya, der u.a. auf die Sanktionen und Embargos gegen Kuba eingehen wird, haben wir den Rechtsanwalt der "Cuban 5", Leonard Weinglass und VertreterInnen der Bolivarischen Republik Venezuela eingeladen.
Der Nahe Osten als ein warnendes Beispiel für die Isolationspolitiken gegenüber Ländern wird ebenfalls einen bedeutungsvollen Platz bei unserem Symposium einnehmen. Wir haben VertreterInnen des Widerstands, AnwältInnen und Intellektuellen aus der gesamten Nahostregion eingeladen.
Zu den weiteren TeilnehmerInnen am Symposium zählen Ra. Sahar Mahdi, freiwillige Rechtsanwältin von Abu-Ghraib Gefangenen im Irak, Awni Al-Kalemji, Sprecher der Irakischen Patriotischen Allianz, Dr. Hisham Bustani, Vertreter der Resistant Arab People's Alliance - Pan Arab und der Union of Professional Associations aus Jordanien, Mohammed Safa, der Generalsekretär des Khiam Rehabilitationszentrums für Folteropfer aus Libanon, der aus erster Hand über die Verwüstungen und die Situation in seinem Land nach der israelischen Aggression, die auch eines ihrer Arbeitszentren im Süden Libanons zerstört hat, berichten kann, sowie VertreterInnen der Palästinensischen Gemeinde in Österreich.
Darüber hinaus werden sich Ärzte und Anwälte, und zahlreiche Gefangenenorganisationen aus verschiedenen Ländern der Region, u. a. Palästina, Libanon, Jordanien, Ägypten und Sudan am Symposium beteiligen.
Zu den Gästen aus der Türkei zählen VertreterInnen von Berufskammern, Gewerkschaften und Anwaltsvereinigungen, sowie Angehörige politischer Gefangener, ehemalige Gefangene und VertreterInnen, welche über den Kampf für grundlegende Rechte und Freiheiten berichten. Es werden außerdem AnwältInnen, Vereine zur Unterstützung von Gefangenen und Organisationen aus verschiedenen Ländern Europas teilnehmen. Neben dem Gefangenenkollektiv KALERA aus dem Baskenland (Euskadi), wurden diverse Komitees, die sich mit politischen Prozessen in Belgien, Deutschland und Dänemark befassen eingeladen.
Aus Griechenland werden neben zahlreichen linken, sozialen Bewegungen auch VertreterInnen verschiedener Berufskammern, Gewerkschaften und Anwaltsvereinigungen am Symposium teilnehmen. Unsere Einladung ist offen für alle, die für ein breites Bündnis aller demokratischen und fortschrittlichen Kräfte eintreten.
Im Folgenden senden wir euch einen Programmentwurf für das internationale Symposium in Athen. Es würde uns freuen euch ebenfalls unter unseren Gästen zu haben.

Internationale Plattform gegen Isolation
E-mail: isolation@post.com

Adresse:
c/o Stiftgasse 8
1070 Vienna
Austria
symposium_athens2006@yahoo.de

V. INTERNATIONALES SYMPOSIUM GEGEN ISOLATION
Griechenland/ Athen, 15.-18. Dezember 2006

Adresse:
ASOEE - Athens University of Economics And Business
Patission Str. 76(in der Nähe des Platzes Pedio Areos im Zentrum Athens)

PROGRAMM

Freitag, 15. Dezember:

12.00 Uhr: Beginn der Registrierung der Delegierten

13.00 -14.00 Uhr: Eröffnung der Konferenz durch eine/n Vertreter/in der Internationalen Plattform gegen Isolation, Bericht zu den letzten Symposien und Vorstellung der Internationalen Gäste, Vorstellung des Programms

14.00 - 16.00 Uhr: Seminar zu politischen Prozessen und Kriminalisierung - Wie können wir unsere grundlegenden und politischen Rechte verteidigen?

Samstag, 16. Dezember:

11.00-14.00 Uhr: Seminar zur Isolation von politischen Gefangenen - Wie können wir den gemeinsamen Kampf ausweiten?

15.00-16.00 Uhr: Filmvortrag

16.00-19.00 Uhr: Seminar zum "Widerstand gegen den globalen Krieg" (Das Scheitern des "Großen Nahost-Projekts" - Wie können wir den Widerstand der Völker unterstützen?

19.30: Treffen des Solidaritätsnetzwerks für politische Gefangene

Sonntag, 17. Dezember:

10.00 - 12.00 Uhr: Kulturelle und politisch-historische Exkursion durch Athen

12.00 -14.00 Uhr: Seminar über den US-"Krieg gegen den Terror" und die Zukunft sozialer und politischer Rechte in Europa

15.00-16.00 Uhr: Filmvortrag

16.00 Uhr: Arbeitsgruppe zum Abschluss der Endresolution und zur Vorbereitung eines Kalendars für gemeinsame Aktivitäten im Jahr 2007

Montag, 18. Dezember:

12.00 -13.00 Uhr: Gedenkfeier und Pressekonferenz im EAT-ESA
(EAT-ESA ist ein Museum, das während der Militärjunta als Folterzentrum gedient hat)

16.30 Uhr: Treffen mit einem Verantwortlichen der EU-Vertretung

Kulturelles Programm:

Freitag, 15. Dezember 2006 - 20.00 Uhr
"Konzert für die Zukunft und Hoffnung der Völker"
Folk/Protest
mit Grup Yorum, Mariza Koch (griechische Sängerin), Saxophon-Orchester von Piraeus-Athen mit Delegierten aus den USA, Lateinamerika, Palästina...
Adresse:
Cinema ALPHAVILLE, Mavromihali St. 168, ATHEN

Internationale Delegierte:

VertreterIn der kubanischen Botschaft in Griechenland, Pam Africa, Koordinatorin der International Concerned Family and Friends of Mumia Abu-Jamal & Ramona Africa, einzige überlebende Zeugin des Bombenanschlags gegen die Organisation MOVE 1985 (USA), Sahar Mahdi, Rechtsanwältin (Irak), Saleh Nazzal, Palästinensisches Gefangenenministerium, Robert Robideau, Anwalt des Indo-Amerikanischen Gefangenen Leonard Peltier (USA), Komite !Basta Ya (Deutschland), Sozialistische Partei Ägyptens, TAYAD (Turkey), Bewegung zur Abschaffung der Todesstrafe in Texas (USA), Irish Unity Committee (USA), Khiam Rehabilitationszentrum für Folteropfer (Libanon), Palästinensische Gemeinde Österreich, KALERA – Baskisches Gefangenenkollektiv (Euskadi), TMMOB – Vertreter der Architekturkammer der Türkei, BES, Gewerkschaft der Büroangestellten (Türkei), Föderation für grundlegende Rechte (Türkei), Rechtsbüro des Volkes (Türkei), Dr. Hisham Bustani, Schriftsteller und Vertreter des Widerstandsbündnisses der arabischen Völker-Pan Arab und des Verbands der Berufsgenossenschaften in Jordanien, PCPE, Kommunistische Partei der Völker Spaniens (Spanien), Awni Al-Kalemji, Irakische Patriotische Allianz, CLEA –Komitee für freie Meinungsäußerung und Organisierungsfreiheit (Belgien), Anatolische Föderation (Deutschland), “Unterstützungskomitee” für die Kampagne gegen Art. 270 (Italien), VVN-Verein der Verfolgten des Naziregimes-Bündnis der AntifaschistInnen (Deutschland), Internationales Forum (Dänemark), Senza Censura (Italien), Prison's Dialogue (ehemalige politische Gefangene aus dem Iran im Exil), Tayad Komitee (Deutschland) ...

... u.a. internationale Delegierte.

einige der unterstützenden und teilnehmenden Kräfte in Griechenland
OLME, DOE, ADEDY, DSA - ATHENER ANWALTSKAMMER, EINAP –VEREINIGUNG DER KRANKENHAUSÄRZTEVON ATHEN UND PIRÄUS, ODYE - FÖDERATION DER GERICHTSANGESTELLTEN GRIECHENLANDS, ATHENER ARBEITERZENTRUM, FREUNDSCHAFTSVEREIN BALKAN, OTOE – GRIECHISCHE GEWERKSCHAFT DER BANKANGESTELLTEN, ... u.a.

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Kontakt:
Tel: (++30) 694 711 47 37
E-mail: symposium_athens2006@yahoo.de
Internationale Plattform Gegen Isolation

Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen
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